12festival
Andreas Seibert
Edwina Hörl
Fashion
IMPOSSIBLE
Interview
Photography
NAMIDA
Jakob Végh
April 15, 2012 at 2:04pm
ANTWORT AUF DIE ZEICHEN DER ZEIT
Interview mit Edwina Hörl
Das Mode-und Fotografieprojekt – so die Modedesignerin Edwina Hörl – ist ein Versuch die Betroffenheit und Anteilnahme nach der 3fach-Katastrophe im Osten Japans zum Ausdruck zu bringen. Das Projekt ist allen Menschen gewidmet, die darunter gelitten haben, geliebte Menschen verloren haben und auch noch weiterhin davon betroffen sind.
Sie sind Österreicherin und haben Tokio zu Ihrem Lebensmittelpunkt gemacht – ohne Wien aus den Augen zu verlieren? Denken Sie daran, irgendwann einmal die Vorzeichen zu vertauschen?
Nein, meinen Lebensmittelpunkt habe ich nun in Japan gefunden, auch wenn mir Österreich weiterhin verbunden bleiben wird.
Ist Kleidermachen Kunst, wie Malen oder Fotografieren oder literarisch tätig zu sein?
Ja, auch Kleidermachen kann eine künstlerische Auseinandersetzung als Basis sowie als Ausdruck haben und demnach Kunst sein. Dennoch muss nicht jedes Malen, Schreiben oder Fotografieren gleich Kunst sein! Spätestens seit der Postmoderne sollten sich doch – wenn auch manchesmal nur in Ansätzen – Grenzen von künstlerischen Disziplinen aufgelöst oder zumindest verschoben haben.
Dann sind die von Ihnen kreierten Kleider Einzelstücke, Unikate oder in einer größeren Stückzahl aufgelegt?
Nein! Ich entwerfe Mode für ein breites Publikum und nicht für eine Elite, die sich Einzelstücke leistet. Auch die Kunst hat sich dahingehend – zum Glück – geöffnet!
Kunstwerke, die sich jemand leisten kann? Beziehungsweise: Wer?
Jeder kann sich ‹ Edwina Hörl › leisten, wenn er oder sie ein bisschen darauf spart. Wir sollten nicht nur unsere Lebensmittel bewusster einkaufen, sondern uns auch bewusst für Kleidung entscheiden. Der Mode-Markt, auf dem ein T-Shirt für 2 Euro verkauft wird…..wollen wir das wirklich unterstützen?
Sie setzen sich mit Substanzen, Raum, dem Material und dem Körper auseinander. Nehmen Sie dabei Rücksicht auf die Bedürfnisse des Publikums? Es gibt doch immer wieder Trends.
Ich arbeite stark konzeptuell und auch interdisziplinär. Es ist mehr ein Nachdenken über Mode und Gesellschaft, als ein bloßes Erschaffen von Kleidung. Ebenso lebe ich in Tokio, eine Metropole der Trends, die nicht nur mich, sondern eine Vielzahl an Kunst- und Kulturschaffenden beeinflusst bis hin zu Modeinteressierten aus Wien.
Sind Sie beim 12festival anwesend?
Ja, das bin ich und mit mir, so hoffe ich, mein japanischer Assistent Ryusuke Kase sowie meine Wiener Mitarbeiterin Sabina Muriale.
Mode ist ein gesellschaftliches Phänomen, sagen Sie. Sie geben Antwort auf die Zeichen der Zeit, auf das soziale Klima einer Gesellschaft.
Ich setze mich in meinen Kollektionen immer wieder mit gesellschaftlichen oder auch politischen Themen auseinander. Ein Beispiel ist meine Kollektion MIMI, die sich mit dem Thema der Migration und der MigrantInnen in Japan auseinandersetzt. Oder nehmen Sie das aktuelle Fotoprojekt, das ich zum 12festival zeige. NAMIDA (“Tränen“), das sich mit dem Erdbeben im Osten Japans und dem Tsunami auseinandersetzt. Es ist den Menschen gewidmet, die darunter gelitten haben und auch weiterhin dadurch beeinflusst sind und leiden. Von der Umwelt ganz zu Schweigen. Ein Thema, dass allerdings auch weltweit nicht vergessen werden sollte! Japan 3.11 wird sicherlich auch weiterhin meine Arbeit als Modedesignerin beeinflussen. Ich bin ein politisch denkender und handelnder Mensch und seit der Dreifachkatastrophe Mitglied des Projektes „NAMIDA Project“, eine Initiative, die den Menschen in der Tohoku Region helfen soll und für ganz Japan Informationen bündelt und aufklärt.
Wie reflektieren Sie dabei die Wirtschaftskrise? Die Zeit, in der sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnet?
Siehe KiKi – Kollektion schon vor einigen Jahren…
Ist Ihre Mode ausschließlich für Frauen bestimmt oder auch für den Mann?
Ich unterscheide modisch nicht zwischen den Geschlechtern.
Mich hat Ihr Hinweis auf den Flohmarkt am Wiener Naschmarkt berührt. Sie sagen, dass ein Flohmarkt eine Art Bibliothek ist, ein Archiv von Kleidungsstücken, die alle eine Geschichte haben. Lassen Sie sich von der Mode vergangener Epochen inspirieren?
Jede/r Modedesigner/in oder auch zum Beispiel jede Kunst, lässt sich von vergangenen Epochen oder anderen Kulturen inspirieren. Wir sind gar nicht im Stande Neues zu erschaffen, sondern bauen immer auf Vergangenes auf. Uns ist quasi die zuvor gelebte Kultur in unser kreatives Denken eingebrannt. Wir können nur neu interpretieren und darüber reflektieren.
Eine Frage noch zur Kooperation mit dem Dokumentarfotograf Andreas Seibert, mit dem Sie bereits in Tokio ausgestellt haben. Der Titel NAMIDA („Tränen“). Eine Antwort auf die Erdbebenkatastrophe. Was verbindet Ihre modische Kollektion mit Seiberts doch sehr realistischen fotografischen Arbeiten? Wie stellt sich das Miteinander beim 12festival dar?
Mode ist ein sozial verhandeltes Phänomen unserer Gesellschaft und kann als Medium gleichwohl der Fotografie, Geschichten über Menschen als auch sozialpolitische Themen wiedergeben - wenn auch mit einem anderen Zugang oder Ausdruck. Was mir jedoch an dieser Zusammenarbeit mit dem Fotografen Andreas Seibert und den GrafikdesigerInnen Alex Sonderegger (so) und Susanna Baer (ba) von so+ba (Art Direction) wichtig zu betonen wäre, ist, dass wir aufgrund unserer Betroffenheit nach der Dreifachkatastrophe dieses Projekt gemeinsam gestaltet haben. NAMIDA („Tränen“) ist ein für Japan erarbeitetes Mode- und Fotografieprojekt, das in der Form seiner Präsentation die Lücken und die Leerstellen aufzeigt, die eine solche Katastrophe in den Leben der Menschen hinterlassen hat. Daran wollen wir erinnern und auch ein Bewusstsein für diese menschliche und umweltpolitische Problematik erschaffen.
Edwina Hörl ist österreichische Modedesignerin und gründete 1996 ihr gleichnamiges unisex Label in Wien. Sie lebt und arbeitet seit 2000 in Tokio. Ihre Mode zeichnet sich vor allem durch eine konzeptuelle und interdisziplinäre Arbeit aus. Hörl lehrt Textile Kunst an der Akademie der Bildenden Künste im Department für Moden & Styles.
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NAMIDA kommt zum 12festival for fashion und photography nach Wien; IMPOSSIBLE Project Space; 1070 Wien, Kaiserstraße 74. Vom 2. bis 16. Juni 2012; Öffnungszeiten: Mo - Fr: 11 -18 Uhr; Sa: 10 - 18 Uhr; Eintritt frei. Vernissage: Sa, 2. Juni,19 Uhr
Text: Jakob Vegh
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Credits
Fotos / Andres Seibert, prolitteris
Künstlerische Leitung & Gartenarbeit / so+ba
Mode & Kollektions-Konzept / Edwina Hörl und Team
12festival
Andreas Seibert
Edwina Hörl
Fashion
Fotografie
IMPOSSIBLE
Jakob Végh
2:03pm
MEINE FOTOGRAFIEN SPRECHEN FÜR SICH
Interview mit Andreas Seibert
Dokumentarfotograf Andreas Seibert gibt Antworten auf die Fragen, ob und wie Mode und Fotografie vor dem Hintergrund einer Umweltkatastrophe harmonieren.
Sie sind Schweizer und leben seit 1997 in Tokio. Was hat Japan, was hat Tokio, was andere Länder und Städte nicht haben?
Japan ist ein asiatisches Land. Gleichzeitig aber findet man hier auch sehr viele westliche Einflüsse, vor allem aus den USA. In Japan trifft die Moderne auf Traditionen. Tokio ist einwohnermässig mit Abstand die grösste Stadt der Welt. Es gibt weltweit wohl keine andere so grosse, dichte, intensive, moderne Urbanität wie hier in Tokio.
Sie sagten, dass Sie in Tokio die höchste Konzentration von traurigen Menschen erlebt haben. Für einen Fotokünstler ein „Fressen“?
Diese Aussage war und ist für mich Arbeitshypothese für eine noch nicht abgeschlossene Fotoserie über Tokio. Ob sie so geäussert stimmt oder nicht muss jede und jeder für sich selber beantworten. Japanische Freunde stimmen der These eher zu, ausländische Freunde eher nicht.
Sie haben Literatur und Philosophie studiert; das Fotografie-Studium haben Sie abgeschlossen. Im künstlerischen Bereich, besonders in der Fotografie, sind viele autodidaktisch am Werk. Was bringt ein Studium? Anders gefragt: Was empfehlen Sie talentierten jungen Künstlern? Zu studieren oder los zu fotografieren und auf den Erfolg zu hoffen?
Eine gute Ausbildung ist wichtig. An der Zürcher Hochschule der Künste habe ich nicht nur das fotografische Handwerk gelernt, sondern war mit talentierten und engagierten Fotografen in Kontakt. Der kritische Austausch ist für die eigenen Arbeit essenziell, ebenso eine gesunde Portion Selbstkritik.
Mit welchen Erwartungen kommen Sie zum 12festival nach Wien? Kennen Sie Wien, haben Sie hier schon ausgestellt?
Ob ich zur Ausstellung nach Wien reisen kann, weiss ich noch nicht. Ich komme soeben aus China zurück, im Mai bin ich in Zürich und Paris, im Juni wieder in China. Wien kenne ich praktisch nicht, leider, war nur ein- zweimal für ganz kurze Zeit in der Stadt.
Im Oktober des vergangenen Jahres haben Sie mit der Mode-Designerin Edwina Hörl in Tokio zusammengearbeitet. Der Titel der Ausstellung: NAMIDA (= Tränen).
Gemeinsam haben wir eine fotografische Sprache gesucht, um diese Ideen visuell umzusetzen. Die Leute von IMPOSSIBLE haben uns hervorragend unterstützt, unser Dank gilt auch ihnen.
War „NAMIDA“ ein caritatives Projekt?
Die eigentliche Fotoarbeit ja. Wie Edwina ihre Mode in diesem Rahmen verkauft, muss man sie selber fragen.
Was verbindet Sie mit Edwina Hörl? Außer dass sie beide in Tokio zuhause sind. Sind es Edwina Hörls Kollektionen/Installationen - Motive, die Sie interessieren? Fotografieren Sie Mode? Dokumentieren Sie auch die freundlichen Seiten des Lebens?
Edwina ist seit langer Zeit eine gute Freundin von meiner Frau und mir. Ich schätze sie nicht nur als Modedesignerin sondern auch als Mensch. Ich habe immer mal wieder Mode fotografiert, der Schwerpunkt meiner Arbeit aber ist die Dokumentarfotografie.
Weltbekannt wurden Sie durch Ihre kritischen Foto-Dokumentationen („From Somewhere to Nowhere“) über Chinesische Wanderarbeiter. „Hier haben wir die Chance, einen historischen Umbruch in einer Gesellschaft festzuhalten.“ Gilt diese Aussage auch für den ständigen Wechsel in der Mode?
Diese Aussage habe ich im Rahmen meiner Arbeit über chinesische Wanderarbeiter geäussert. Diese bilden die grösste Migration der Menschheitsgeschichte - mit Auswirkungen nicht nur auf China sondern auf die gesamte Weltwirtschaft. In Bezug auf die sich ständig wechselnde Modewelt würde ich sicherlich andere Worte benutzen.
Von den Wanderarbeitern in China haben Sie gesagt: „Arm und unglücklich, aber Perspektiven.“ Heißt das, dass der westlichen Welt die Perspektiven abhanden gekommen sind? Wie reagiert der Künstler darauf?
Nein, der westlichen Welt sind die Perspektiven nicht abhanden gekommen. Vielleicht aber haben wir in der ersten Welt so viele Perspektiven und Möglichkeiten in der Arbeit, im sozialen, kulturellen und privaten Bereich, dass es uns schwer fällt, aus diesen auszusuchen? In China sind die Perspektiven für Wanderarbeiter beschränkt und meistens klar umrissen. Wenn ich jeweils in Europa bin, meine ich auf vielen Gesichtern einen gewissen Missmut zu sehen. Woher kommt dieser?
Sie haben „9 Monate nach der Tsunami-Katastrophe“ fotografisch dokumentiert. Sehen wir diese Fotos in Wien?
Ich war knapp zwei Monate nach dem Tsunami in der Region Tohoku, um dort die Tsunami Zerstörungen zu dokumentieren. Im Sommer und im Dezember war ich erneut in der Region. Bisher ist noch keine Ausstellung in Wien geplant, ich wäre aber gerne bereit, die Bilder in Wien zu zeigen.
Welches Thema, welches Anliegen transportieren Sie und Edwina Hörl in ihrem gemeinsamen Ausstellungsprojektes in Wien im Rahmen des 12festivals?
Auf den Fotografien sind in erster Linie die Werke von Edwina zu sehen. Die Art und Weise aber, wie diese fotografiert wurden, greift Themen auf wie ”Verlust”, “Vergänglichkeit”, “Zerrissenheit”, “Auflösung” etc. Wie gut es uns gelungen ist, diese Themen visuell umzusetzen, können, müssen die Besucher natürlich selber entscheiden.
Sie publizieren Bücher, Sie fotografieren für internationale Magazine, für das Time Magazine, für Newsweek, für GEO und so weiter. Sie geben sich kryptisch, was Ihre Zukunft betrifft; ob Sie in die Schweiz zurückkehren werden, ob sich thematisch verändern werden – was kommt noch?
Das dreifach Disaster vom 11.3.2011 (Erdbeben, Tsunami, Reaktorkatastrophe) hat meinen Blick auf Japan - und vor allem auf die japanische Politik - verändert. Und auch unser privates und berufliches Umfeld. Das hier aber auszuführen würde zu weit gehen. Fotografisch werde ich weiterhin versuchen, den faszinierenden Aufschwung Chinas zu verfolgen. Ausserdem werde ich nach meiner grossen Ausstellung im Oktober 2012 in der Schweizer Fotostiftung Winterthur mehr unterrichten.
Ist die Austellung im Rahmen des 12festivals für Sie ein Sidestep? Oder der Beginn von etwas Neuem?
Die Arbeit, die in Wien zu sehen sein wird, ist nicht typisch für mein eigentliches fotografisches Schaffen. Trotzdem aber schätze ich es sehr, dass Edwina und ich die Gelegenheit erhalten haben, unsere Arbeit zu zeigen. Etwas Neues, ja. Ob ich in diese Richtung weiter arbeiten werde kann ich im Moment noch nicht sagen.
Werden sie beim 12festival anwesend sein? Wird es möglich sein, mit Ihnen zu sprechen?
Wenn ich anreisen werde, können wir gerne weiter sprechen.
Was sagen Sie Ihren Besuchern, was geben Sie ihnen mit auf den Weg?
Wenn ich zur Eröffnung eine kleine Ansprachen halten müsste, würde ich das eine oder andere Wort zu der ausgestellten Arbeit sagen. So aber hoffe ich, dass die Fotografien für sich selber sprechen.
Andreas Seibert; 1970 in der Schweiz geboren; lebt und arbeitet seit 1997 in Tokio; Dokumentarfotograf, zahlreiche Fotobände; u.a. “From Somewhere to Nowhere” - über die innere Migration Chinas; Coverfotos auf renommierten internationalen Magazinen.
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NAMIDA kommt zum 12festival for fashion und photography nach Wien; IMPOSSIBLE Project Space; 1070 Wien, Kaiserstraße 74. Vom 2. bis 16. Juni 2012; Öffnungszeiten: Mo - Fr: 11 -18 Uhr; Sa: 10 - 18 Uhr; Eintritt frei. Vernissage: Sa, 2. Juni,19 Uhr
Text: Jakob Vegh
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Fotolegende
Foto 2 & 3 aus der Serie ”From Somewhere to Nowhere. China’s Internal Migrants”
Foto 2: Chinese New Year. Shortly before departure. One young man has struck it lucky: he’s sitting by one of the few windows that are not broken an so can be opened. Guangzhou, Guangdong Province, China. February 2005.
Foto 3: Two migrant rural workers at night in the “special economic zone” of Shenzhen. Shenzhen, Guangdong Province, China. September 2002.
12festival
NAMIDA
Andreas Seibert
Edwina Hörl
Fashion
Photography
IMPOSSIBLE
April 14, 2012 at 12:03pm
Dokumentarfotograf trifft Modedesignerin: Das Ausstellungsprojekt NAMIDA ist den Erdbebenopfern Japans gewidmet
FABULOUS: FASHION MEETS PHOTOGRAPHY
Wie begegnet der Künstler einer Naturkatastrophe, wie verarbeitet er das Leiden Betroffener? Edwina Hörl, österreichische Modedesignerin und Andreas Seibert, Schweizer Dokumentarfotograf. Beide leben und arbeiten in Tokio. Sie haben die Dreifachkatastrophe unmittelbar erlebt und gemeinsam das NAMIDA-Ausstellungsprojekt geschaffen. Ich habe nachgefragt, wie Erdbebenfolgen, Modedesign und Fotografie harmonisieren, ohne dass das eigentliche Ziel verloren geht.
Edwina Hörl meint, dass sie sich in ihren Kollektionen immer wieder mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Dass sie ein politisch denkender und handelnder Mensch ist. Vor diesem Hintergrund ist ihr Engagement für das NAMIDA-Projekt zu sehen. Eine Initiative, die den Menschen in der Tohoku Region gewidmet ist. Die menschliche und umweltpolitische Problematik soll weltweit im Bewusstsein bleiben, sagt Hörl und: „Japan, 3. November, wird auch weiterhin meine Arbeit als Modedesignerin beeinflussen.“
Es war die Betroffenheit nach der Katastrophe, aus der die Zusammenarbeit mit Andreas Seibert resultierte. „Das in Form seiner Präsentation die Lücken und Leerstellen aufzeigt, die eine solche Katastrophe in den Leben der Menschen hinterlassen hat.“
Das Mode, Fotografie und soziale Anliegen keine Widersprüche sind, zeigt sich im konzeptuellen und interdisziplinären Arbeiten von Hörl und Seibert: “Mode ist ein sozial verhandeltes Phänomen unserer Gesellschaft und kann als Medium gleichwohl der Fotografie, Geschichten über Menschen als auch gesellschaftspolitische Themen wiedergeben.“
Andreas Seibert ist ein weltbekannter Dokumentarfotograf. „Ich habe immer mal wieder Mode fotografiert.“ Das Kollektions-Konzept für NAMIDA („Tränen“) stammt von Edwina Hörl. Gemeinsam haben sie eine fotografische Sprache gesucht, um diese Idee – unterstützt von IMPOSSIBLE Wien - visuell umzusetzen. Andreas Seiberts Fotografien thematisieren im Zusammenhang mit der Katastrophe Themen wie Verlust, Vergänglichkeit, Zerrissenheit, Auflösung. Seibert: „Wie gut es uns gelungen ist, diese Themen visuell umzusetzen, können, müssen die Besucher natürlich selbst entscheiden.“ Und „Ich hoffe, dass die Fotografien für sich selbst sprechen.“
Das vollständige mit Andreas Seibert und Edwina Hörl geführte Interview folgt demnächst auf dem Blog.
NAMIDA kommt zum 12festival for fashion und photography nach Wien; IMPOSSIBLE Project Space; 1070 Wien, Kaiserstraße 74. Vom 2. bis 16. Juni 2012; Öffnungszeiten: Mo - Fr: 11 -18 Uhr; Sa: 10 - 18 Uhr; Eintritt frei. Vernissage: Sa, 2. Juni,19 Uhr
Text: Jakob Vegh
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Künstlerische Leitung / so+ba