Dokumentarfotograf trifft Modedesignerin: Das Ausstellungsprojekt NAMIDA ist den Erdbebenopfern Japans gewidmet
FABULOUS: FASHION MEETS PHOTOGRAPHY
Wie begegnet der Künstler einer Naturkatastrophe, wie verarbeitet er das Leiden Betroffener? Edwina Hörl, österreichische Modedesignerin und Andreas Seibert, Schweizer Dokumentarfotograf. Beide leben und arbeiten in Tokio. Sie haben die Dreifachkatastrophe unmittelbar erlebt und gemeinsam das NAMIDA-Ausstellungsprojekt geschaffen. Ich habe nachgefragt, wie Erdbebenfolgen, Modedesign und Fotografie harmonisieren, ohne dass das eigentliche Ziel verloren geht.
Edwina Hörl meint, dass sie sich in ihren Kollektionen immer wieder mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Dass sie ein politisch denkender und handelnder Mensch ist. Vor diesem Hintergrund ist ihr Engagement für das NAMIDA-Projekt zu sehen. Eine Initiative, die den Menschen in der Tohoku Region gewidmet ist. Die menschliche und umweltpolitische Problematik soll weltweit im Bewusstsein bleiben, sagt Hörl und: „Japan, 3. November, wird auch weiterhin meine Arbeit als Modedesignerin beeinflussen.“
Es war die Betroffenheit nach der Katastrophe, aus der die Zusammenarbeit mit Andreas Seibert resultierte. „Das in Form seiner Präsentation die Lücken und Leerstellen aufzeigt, die eine solche Katastrophe in den Leben der Menschen hinterlassen hat.“
Das Mode, Fotografie und soziale Anliegen keine Widersprüche sind, zeigt sich im konzeptuellen und interdisziplinären Arbeiten von Hörl und Seibert: “Mode ist ein sozial verhandeltes Phänomen unserer Gesellschaft und kann als Medium gleichwohl der Fotografie, Geschichten über Menschen als auch gesellschaftspolitische Themen wiedergeben.“
Andreas Seibert ist ein weltbekannter Dokumentarfotograf. „Ich habe immer mal wieder Mode fotografiert.“ Das Kollektions-Konzept für NAMIDA („Tränen“) stammt von Edwina Hörl. Gemeinsam haben sie eine fotografische Sprache gesucht, um diese Idee – unterstützt von IMPOSSIBLE Wien - visuell umzusetzen. Andreas Seiberts Fotografien thematisieren im Zusammenhang mit der Katastrophe Themen wie Verlust, Vergänglichkeit, Zerrissenheit, Auflösung. Seibert: „Wie gut es uns gelungen ist, diese Themen visuell umzusetzen, können, müssen die Besucher natürlich selbst entscheiden.“ Und „Ich hoffe, dass die Fotografien für sich selbst sprechen.“
Das vollständige mit Andreas Seibert und Edwina Hörl geführte Interview folgt demnächst auf dem Blog.
NAMIDA kommt zum 12festival for fashion und photography nach Wien; IMPOSSIBLE Project Space; 1070 Wien, Kaiserstraße 74. Vom 2. bis 16. Juni 2012; Öffnungszeiten: Mo - Fr: 11 -18 Uhr; Sa: 10 - 18 Uhr; Eintritt frei. Vernissage: Sa, 2. Juni,19 Uhr
Text: Jakob Vegh
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